Farbzeichnungen Das ist nun wirklich ein heikles Thema! Die Grundfarben aller Meerschweinchen sind eigentlich klar: genetisch gibt es schwarz und rot in Vollfarbe oder in Aufhellung, dazu mehr oder weniger Weiß- Scheckigkeit. Zu diesen Ausgangsfarben kommt noch das Agouti dazu, bei dem jedes einzelne Haar zweifarbig ist; es weist eine heller Bänderung oder ein so genanntes Ticking auf. Heikel wird es, sobald die Grundfarben aufgehellt erscheinen durch den so genannten "Pale-Faktor". Außerdem spielt dann rasch einmal auch noch die Augenfarbe eine Rolle; dieselbe Farbe hat teilweise zwei verschiedene Namen, je nachdem, ob die Augen dunkel sind oder rötlich (geflammt). Und wieder einmal gibt es natürlich in verschiedenen Ländern verschieden Bezeichnungen, die sich nicht immer so ganz haargenau entsprechen. Die folgende Übersicht ist darum mit etwas Vorsicht zu genießen, sie folgt mehrheitlich den Angaben von Ilse Pelz in deren Buch "Mehr über Meerschweinchen": schwarz  tiefschwarz, mit dunklen Augen aufgehelltes Schwarz in unterschiedlicher gräulicher Tönung. Augen dunkel oder rubinrot     (wir würden das eigentlich lieber "anthrazit" nennen). lilac  stark verdünntes Schwarz, wirkt eher taubengrau. Die Tiere werden dunkel geboren und zeigen die endgültige Farbe meist erst mit etwa 5 Monaten. Kann leicht mit beige verwechselt werden. Augen pink. aufgehelltes Schwarz mit leisem Rotton, sollte gemäß einigen Autoren "wie dunkle Schokolade" aussehen und relativ nahe bei Schwarz liegen. Haut teilweise fleischfarben. Augen dunkel mit rötlichem Schimmer (Feueraugen) aufgehelltes Schwarz mit leichtem Rosaton. Die Tiere kommen dunkel zur Welt und zeigen die endgültige Farbe meist erst etwa mit 6 Monaten. Kann leicht mit lilac verwechselt werden. Augen pink. "Mahagonirot" - Otto Normalverbraucher sagt dazu meist eher "Braun" oder "Rehbraun". Dunkle Augen. heller als rot, geht ins warme Orange über. Augen je nach Definition dunkel bis pink safran warmes Ockergelb. Augen pink. buff  warmes Ockergelb. Augen dunkel. creme  helles Creme, "rahmfarben", Augen dunkel mit rötlichem Schimmer (Feueraugen). meist mit pinkfarbenen Augen, aber auch mit dunklen Augen möglich. Tiere mit dunklen Augen haben oft auch grau pigmentierte Nasenspitzen, Ohrränder und Fußsohlen. Lustig wird es bei den Farbbezeichnungen von mehrfarbigen Tieren und von Langhaarigen. Ein Peruaner etwa, der als Jungtier noch deutlich als rot-schwarz-weiß zu erkennen war, sieht als Halbjähriger plötzlich eher buff-sepia-weiß aus... Gemäß der zitierten Ilse Pelz ist es auch unmöglich, dass ein Tier schwarz und creme aufweist; denn der Verdünnungs- oder Pale-Faktor betrifft laut ihrer Aussage immer beide Farben. Das Schweinchen muss demzufolge entweder schwarz-rot sein, sepia-creme oder schokolade-creme. Oder natürlich auch schokolade-gold, schokolade-safran, sepia-buff.... Kein Wunder also, dass die Farbbezeichnungen auf Abgabelisten manchmal nicht hundertprozentig genau sind. Es ist nicht ganz so einfach! Auch die vielen verschiedenen agouti-Farben sind manchmal nicht leicht auseinander zuhalten. Normalerweise ist der Bauch bei einem uni-agouti hell. Es gibt aber auch Tiere, die komplett die agoutifärbung aufweisen, sie werden SOLID-agouti genannt. Die verschiedenen agouti-Farben, wiederum gemäß Ilse Pelz, sind: Goldagouti Grundfarbe schwarz, Bänderung rot, Augen dunkel Orangeagouti  Grundfarbe schoko, Bänderung rot, Augen dunkel Salmagouti Grundfarbe lilac, Bänderung gold, Augen pink Grauagouti Grundfarbe dunkel sepia, Bänderung buff, Augen dunkel Schokoagouti Grundfarbe schokolade, Bänderung buff, Augen dunkel Lemonagouti Grundfarbe sepia, Bänderung creme, Augen dunkel Cremeagouti Grundfarbe dunkel sepia, Bänderung weiß, Augen dunkel Silberagouti Grundfarbe dunkel sepia, Bänderung weiß, Augen rubinrot (Feueraugen) Cinnamonagouti Grundfarbe schoko, Bänderung weiß, Augen rubinrot (Feueraugen) Seit einiger Zeit taucht außerdem gelegentlich die Bezeichnung "Argente" auf - die Definitionen dazu gehen allerdings manchmal ziemlich weit auseinander, darum wollen wir hier nicht näher darauf eingehen. Alles in allem ist Argente recht nahe bei Agouti und wird auch oft damit verwechselt. Schließlich gibt es aber noch einige Farbzeichnungen, die relativ genau definiert sind, teilweise aber extrem schwer züchterisch zu erreichen sind. Hier stellt sich dann wieder mal die Frage, wie ein Züchter ein Jungtier korrekt zu bezeichnen hat, wenn es zwar die Zeichnung ansatzweise aufweist, aber dem Standard nicht genügend entspricht. Ist etwa ein Dalmatiner mit komplett dunklem Kopf (also ohne Blässe) noch als Dalmatiner zu bezeichnen? Heikel... weißes Meerschweinchen mit dunkler Nasenspitze, Ohren und Füssen (quasi die "Siamkatze" unter den Meeris). Kommt in schwarzer und schokoladefarbener Zeichnung vor. Die Augen sind pink. Himalajas werden reinweiß geboren, die Zeichnung erscheint erst nach einigen Tagen. Bei stark gezeichneten Tieren färbt das Weiß mit zunehmendem Alter oft um in Richtung Beige. Schwarze und rote Haare sind komplett vermischt, gestromt. Flecken in einer Vollfarbe sind nicht erwünscht. Natürlich kommt Brindle auch mit aufgehellten Farben vor. (z.B. Schoko-Creme-Brindle) An sich kann die Dalmatinerfärbung in jeder Farbe und jedem Haartyp vorkommen. Meist sind aber Kurzhaarmeerschweinchen gemeint in schoko oder schwarz. Der Kopf eines Dalmatiners soll vollfarben mit weißer Blässe sein, möglichst symmetrisch. Der Körper ist weiß mit kleinen Flecken in der Farbe des Kopfes. Das Dalmatiner-Gen trägt den so genannten "Letalfaktor" mit sich; das heißt, wenn man zwei Dalmatiner miteinander verpaart, ist die Gefahr von Totgeburten oder missgebildeten Tieren sehr hoch. Dalmatiner werden von sorgfältigen Züchtern darum immer mit einfarbigen Tieren desselben Felltyps verpaart. Manche Dalmatiner haben Seh- oder Hörstörungen (analog zu den Dalmatinerhunden!) Schimmel tragen in den ansonsten normalfarbenen Haaren weiße Stichelhaare, die meist unregelmäßig verteilt sind. Kopf und Füße sind einfarbig, Schimmel sollen keine Blässe haben. Auch das Schimmel-Gen bringt den "Letal-Faktor" mit sich, man sollte darum nie Schimmel mit Schimmel verpaaren. Die Unterscheidung zwischen Schimmel und Brindle fällt oft nicht leicht, vor allem bei Hausmeerschweinchen, deren Abstammung meist ziemlich unklar ist. Außerdem kommt es nicht selten vor, dass nur eine kleine Stelle im Fell eine Schimmelung aufweist. Beim Verpaaren muss bei solchen Tieren besonders vorsichtig ausgewählt werden schokolade beige rot gold weiß Himalaya Brindle Dalmatiner Schimmel